Anleger müssen sich auf neue Situationen einstellen und sich von ihrem alten Weltbild verabschieden. Vor der Finanzkrise war alles so einfach und klar. Man konnte sich auf das stetige Wirtschaftswachstum in den alten Industriestaaten verlassen. Die Aktienkurse stiegen an, ohne zu überhitzen, Inflation war kein Thema. Doch heute sieht alles anders aus. Durch die Finanzkrise und ihre negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Haushalte der Industrieländer sind immer mehr Anleger verunsichert. Während sich die sogenannten Schwellenländer immer weiter stabilisieren und wachsen, suchen die Industrieländer unter anderem durch die Politik des billigen Geldes einen Ausweg aus der Krise. So will beispielsweise die US-Notenbank mindestens bis Mitte 2013 ihre Null-Zins-Politik beibehalten. Viele Fachleute sind der Überzeugung, dass eine bewusste Inflation der Wirtschaft bei gleichzeitig niedrigem Realzinsniveau die reale Verschuldung der Länder abbauen kann.
Wer jetzt nur in Anleihen mit hoher Bonität investiert, muss mit dem Risiko von Vermögensverlusten und Kursrückgängen leben. Ende 2011 lagen die Zinsen am europäischen Geldmarkt unter 1%. Für fünfjährige deutsche Bundesanleihen lagen sie bei 1%. Da die Inflation in Deutschland bei 2,4% in 2011 lag, liegt die inflationsbereinigte Realrendite sogar im negativen Bereich – die Berücksichtigung der Abgeltungssteuer erhöht zudem die negative Realrendite. Das führt natürlich zu einem Vermögensverlust.
Wer also als Anleger glaubt, dass fehlende Kursschwankungen sichere Anlagen bedeuten, also an Rentenpapiere und Anleihen dabei denkt, der trägt nicht nur ein Zinsänderungsrisiko, sondern er verliert real auch Geld. Vermeintlich „sichere Anlagen“ sind in Zeiten niedriger Zinsen eine reine Spekulation, die darauf abzielt, dass Preise stabil bleiben oder sogar sinken. Durch eine Inflation hingegen wird die Rendite geschmälert, wenn nicht sogar vernichtet. Während die Kaufkraft sinkt, sind die sogenannten realen Werte die Gewinner einer Inflation, denn die Preise für Gold, Gewerbe-Immobilien, Aktien und Rohstoffe steigen an.
In diesen Zeiten des Umbruchs sollte ein Anleger durch gezielte Diversifikation die Kursschwankungen und unter Einhaltung einer persönlichen Risikotragfähigkeit in seinem Portfolio ausgleichen, ohne dabei seine Renditechancen einzubüßen. Welche Strategien dabei in Frage kommen, erfahren Sie im nächsten Artikel oder kontaktieren Sie mich gleich direkt.
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